Zakynthos
Der Ort des Seienden
Er beginnt gleich dort, wo er nie endet,
als wären seine Gestade ohne Rand
So erstreckt er sich das Blaue entlang
Wie ein Beistrich zwischen dem Raum- und Zeitlosen
ruht er in seinem eigenen Beben
Weiltest du eine Weile bei ihm, so hast du dich verändert
Ein bisschen Südwind gibt er mit auf den Weg und sagt:
Säe dich dorthin, egal wohin er dich nun hinträgt,
lass ein neues Sein aufkeimen.
Ein Quantum Nichts
Manchmal bin ich nicht da
Ich gehe Atomteilchen sammeln
Passiere eine Zeitkrümmung
Stelle mir vor, ein Quantum Nichts zu sein
Die Relativität frage ich nach dem Weg,
Stolpere über den Kosmos,
falle zu Boden
Die Brandungen richten mich auf
Niederfallen steht dir nicht gut, sagen sie,
Lass uns an den Gestaden der Lust brechen gehen!
Regenbogen (I)
Wie schnell die Jahre vergehen
Heute begann meine Tochter die Schule
Sie bindet ihr Haar mitmeinen Stirnfalten
Wie seltsam ich traurig war,
für einen Moment,
da sie groß geworden ist
Ich legte in ihre Schultasche
ein Stück September,
ein Stück Montag,
ein paar Seiten Liebe
und viele viele bunte Stifte
Eines Tages wird sie einen Regenbogen zeichnen,
darunter werden fließen
Zeile für Zeile.
Nimm dich mit!
Geh auf den Scherben deines Herzens,
mit ein bisschen Vernunft, ein bisschen Illusion in deinem Bündel
Deine Irrtümer sollen dir den Weg weisen
Verneige dich vor deinen verstoßenen Erinnerungen
Frierst du einen Moment, so hülle dich in dein Leid
Dieses kann auch eine unvergessene Liebe von dir gewesen sein.
Sei randlos, genau wie dieses Universum,
sodass sich kein Abgrund an dir festhalten kann
Ein großer Teil des Ganzen zu sein bedeutet gar nichts
in diesem betrogenen Leben
Sei lieber ein Ganzes selbst, auch wenn es klein ist
Gewiss ist gar nichts einfach
Aber auch einfach ist nicht schwierig
Vergiss nicht, auch der Tod hat zu leben
Sonst gäbe es ihn nicht
Eines Tages kommst du bei dir an
Nicht wichtig, ob morgen oder gestern
Wichtig ist, dass du dich immer mitnimmst,
egal, wohin du gehst.